Julia Bickel

Emotionale Zurückhaltung: Warum Deep Talk bei Arbeitsthemen nicht immer die beste Wahl ist

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Julia Bickel

Meine Vision ist es, dich darin zu unterstützen, wieder in deine volle Kraft zu kommen und dich und dein Umfeld zu heilen.

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Timing ist alles: Warum der richtige Zeitpunkt für Deep Talk entscheidend ist

In unserem schnelllebigen Arbeitsalltag ist es verlockend, sofort über Probleme und Herausforderungen zu sprechen. Doch manchmal kann das Teilen von Emotionen dazu führen, dass wir uns in einer negativen Schleife festhalten und unsere Leiden verstärken. In diesem Artikel erfährst du, warum es manchmal besser ist, eine Pause einzulegen und dir Zeit zu geben, um die eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Ich erkläre, wie Deep Talk, also Gespräche, die eine tiefe Verbindung zwischen den Gesprächspartnern schaffen und auf einer tiefen emotionalen Ebene stattfinden, dazu beitragen können, Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig lernst du, warum der richtige Zeitpunkt für Deep Talk entscheidend ist und wie eine solche Kommunikation dein Wohlbefinden und deine psychische Gesundheit verbessern kann. 

Heutzutage dreht sich viel um Arbeit und Karriere. Die Arbeit nimmt einen großen Teil deines Lebens ein und hat einen bedeutenden Einfluss auf dein Wohlbefinden und deine psychische Gesundheit. Wenn du Stress bei der Arbeit hast oder Schwierigkeiten mit einem Kollegen oder Vorgesetzten, ist es verlockend, sofort mit Freunden oder Familie darüber zu sprechen. Doch psychologische Forschung zeigt, dass es manchmal besser sein kann, nicht sofort darüber zu sprechen. Stattdessen kann es hilfreich sein, eine Pause einzulegen und dir Zeit zu geben, um die Gedanken und Gefühle zu sortieren.

Warum sollten wir nicht sofort über die Arbeit sprechen?

Wenn du Stress oder Konflikte bei der Arbeit erlebst, kann dein erster Impuls sein, mit jemandem darüber zu sprechen. Du suchst Unterstützung und möchtest deine Gedanken und Gefühle teilen. Dies kann auf den ersten Blick hilfreich sein, um dich zu entlasten. Jedoch kann es auch negative Auswirkungen haben.

Eine Studie von Dr. Matthew Lieberman, einem Professor für Psychologie an der University of California, Los Angeles, zeigt, dass das Teilen von Emotionen in sozialen Interaktionen die Aktivität im Gehirn verstärkt und die Emotionen intensiviert. Wenn wir über unsere Probleme sprechen, können wir uns durch die Wiederholung von negativen Gedanken und Emotionen in einer Schleife festhalten und unser Leid verstärken. Es kann auch passieren, dass wir uns durch die Reaktionen der anderen beeinflussen lassen und unsere eigene Meinung und Gefühle verändern.

Ein weiterer Nachteil des sofortigen Sprechens über Arbeitsthemen kann sein, dass es dazu führen kann, dass du dich mehr auf deine Arbeit konzentrierst als auf andere Aspekte deines Lebens. Wenn du ständig über Arbeit sprichst, kann dies dazu führen, dass du dich noch mehr in die Arbeit hineinsteigerst und dich von anderen Aktivitäten und sozialen Beziehungen abkapselst.

Was ist Deep Talk?

Deep Talk ist ein Begriff, der von der Psychologin Sherry Turkle geprägt wurde. Es bezieht sich auf Gespräche, die eine tiefe Verbindung zwischen den Gesprächspartnern schaffen und auf einer tiefen emotionalen Ebene stattfinden. Deep Talk kann helfen, Probleme und Herausforderungen zu bewältigen, aber auch dazu beitragen, dass wir uns verstanden und unterstützt fühlen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Deep Talk?

Deep Talk sollte nicht sofort stattfinden, sondern erst nachdem du Zeit hattest, deine Gedanken und Gefühle zu sortieren und eine gewisse Distanz zu deinen Problemen aufgebaut hast. Dadurch kannst du objektiver über deine Situation nachdenken und deine Emotionen besser kontrollieren. Wenn du bereit bist für Deep Talk, solltest du sicherstellen, dass du in einem ruhigen und sicheren Umfeld sprichst, in dem du dich wohl fühlst und dich öffnen kannst.

 

Zusammenfassend zeigt die psychologische Forschung, dass es manchmal besser ist, nicht sofort über Arbeitsthemen zu sprechen. Durch das Teilen von Emotionen können wir uns in einer Schleife festhalten und unsere Leiden verstärken. Stattdessen kann es hilfreich sein, eine Pause einzulegen und sich Zeit zu geben, um die eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Deep Talk, also Gespräche, die eine tiefe Verbindung zwischen den Gesprächspartnern schaffen und auf einer tiefen emotionalen Ebene stattfinden, können dabei helfen, Probleme und Herausforderungen zu bewältigen. Jedoch sollten wir dafür den richtigen Zeitpunkt abwarten und uns in einem ruhigen und sicheren Umfeld befinden. Letztendlich ist es wichtig, dass wir uns Zeit nehmen, um uns um unser eigenes Wohlbefinden und unsere psychische Gesundheit zu kümmern.

Quellennachweis:

Lieberman, M. D. (2013). Social: Why our brains are wired to connect. Broadway Books.

Turkle, S. (2015). Reclaiming conversation: The power of talk in a digital age. Penguin Press.

Gross, J. J. (2015). Emotion regulation: Current status and future prospects. Psychological Inquiry, 26(1), 1-26.

Gross, J. J., & John, O. P. (2003). Individual differences in two emotion regulation processes: Implications for affect, relationships, and well-being. Journal of Personality and Social Psychology, 85(2), 348-362.

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